Ein Jahr zwischen Loslassen, Verantwortung und Transformation.

Heute ist der 13. Dezember – und das Jahr geht bald zu Ende. Wie jedes Jahr frage ich mich:
„Wo ist bitte die Zeit geblieben?“

Ich hatte mir so viel vorgenommen – und wieder nicht alles erreicht. Und doch: Dieses Jahr war anders. Schon der Start war anders.
Aber bevor wir das Jahr Revue passieren lassen, muss ich noch ein wenig ausholen.

Wenn man feststeckt – beruflich und körperlich

Die letzten Jahre, insbesondere 2023 und 2024, waren für mich zunehmend frustrierend – in vielerlei Hinsicht, aber vor allem beruflich. Immer wieder hatte ich dieses Gefühl, dass ich feststecke. Ich komme so nicht weiter!!!

Ich fühlte mich als Unternehmerin immer mehr wie eine Gefangene im eigenen Betrieb: zu viele Pläne, zu wenig Zeit, zu wenig Ressourcen. Zu wenig Auszeit, zu wenig Erholung.
Nicht nur mein Geist war müde – auch mein Körper zeigte mir immer öfter, dass es so nicht weitergehen kann.

Also fasste ich Anfang des Jahres den Entschluss, einen weiteren Teil meiner operativen Tätigkeiten abzugeben, um mir dadurch hoffentlich mehr Freiraum zu schaffen.
Und so musste der einzige mir zur Verfügung stehende langjährige Mitarbeiter vorübergehend Aufgaben übernehmen, die ihm eigentlich nicht lagen – wohlwissend, dass das nur eine Übergangslösung sein konnte.

Frischer Wind – Familienzuwachs & KI

Mit dem Einstieg meiner Schwägerin Sonja – und kurz darauf auch ihrer Tochter, meiner Nichte Mona – kam spürbar eine erfrischende Energie ins Haus.
Aus zwei Mohörnern wurden vier. Und auch wenn wir schon immer ein Familienbetrieb waren, zeigte sich das von nun an noch deutlicher.

Ich kann euch gar nicht sagen, wie glücklich ich darüber war.

Und darüber hinaus ist auch die künstliche Intelligenz seit heuer ein treuer Begleiter.
„Chatty“ – so wie ich sie liebevoll nenne – hat mich sehr beflügelt, unterstützt und immer wieder inspiriert.

Der Versuch einer Pause

Doch bevor es richtig losging, wartete zunächst ein kleiner Kurzurlaub auf mich.
Natürlich hatte ich Laptop und Handy dabei – für „Notfälle“, versteht sich. Die Chefin braucht schließlich dringend Erholung.

Es war nicht leicht, nicht ständig aufs Handy zu schauen oder den Laptop einzuschalten, um nach dringenden E-Mails zu sehen.
Aber zumindest konnte ich das auf Morgen und Abend reduzieren – und mir untertags ein paar wirklich erholsame Stunden gönnen.

Vollgas – Schulungen & Weiterbildung

Nach meiner Rückkehr begannen wir voller Tatendrang mit Einschulung, Übergabe und der Umsetzung unseres neuen Schulungsprogramms.
Und weil ich gerade so im Flow war, begann ich auch noch den Fernlehrgang zur Baubiologin am Institut für Baubiologie in Deutschland. Ich wollte mein Wissen auf diesem Gebiet endlich vertiefen.

Da wir uns als nachhaltiges Unternehmen ohnehin immer wieder an baubiologischen Leitlinien orientieren, erschien es mir nur logisch, dieses Wissen künftig noch stärker in unser Leistungsangebot einfließen zu lassen – um unsere Kunden dort, wo es gewünscht und gebraucht wird, noch besser beraten zu können.

So weit, so gut.
Das war der fulminante Start ins Jahr 2025. Das klang doch alles nach einem richtig guten Plan.

Realitätsschock & Reibung

Doch sehr bald holte mich die Realität ein.
Ich musste feststellen, dass die Übergabe meiner operativen Tätigkeiten – inklusive Einschulung – alles andere als einfach war und deutlich mehr Zeit in Anspruch nahm, als ich ursprünglich angenommen hatte. Was ich über Jahre hinweg „nebenbei“ erledigt hatte und in meinem Kopf von A bis Z schlüssig war, war für Neulinge eben nicht selbsterklärend.

Dazu kamen oftmals endlose Diskussionen über den „Sinn und Unsinn“ meiner Wünsche und Anforderungen. Sie bremsten den gesamten Übergabeprozess spürbar aus und ließen mich zunehmend an meinen persönlichen Wertvorstellungen zweifeln.

Der Supergau im August

Und dann kam der Supergau – am 5. August, mitten in den Dreharbeiten eines Schulungsfilms: der plötzliche Ausfall eines Technikers, der übrigens noch heute im Krankenstand ist. Gott sei Dank ist er auf dem Weg der Besserung – das hätte auch ganz anders ausgehen können.

Und jetzt?
Was nun?

Die Katastrophe war perfekt. Unsere internationales Partnermeeting und 40-jährige Jubiläumsfeier im Dezember rückte immer näher, meine Stimmung war im Keller, und ich wurde zunehmend gereizt.
Das zeigte sich leider auch in meinem Tonfall und in der Art, wie ich mit meinen Mitarbeitern gesprochen habe – nicht zu übersehen.

Ganz nach dem Motto „Jetzt ist es eh schon egal“ rutschte mir ein Satz heraus, von dem ich mir noch ein Jahr zuvor niemals hätte vorstellen können, ihn jemals zu sagen:

„Ich hau’ euch alle raus und such mir einen motivierten Vollzeitmitarbeiter! So kann das nicht weitergehen!“

Genervt fuhr ich nach Hause. Und es verging kaum eine Nacht, in der ich mir nicht immer wieder sagte:

„Bitte Gott, schick mir endlich einen g’scheiten Mann, mit dem ich auf Augenhöhe kommunizieren kann – und vor allem jemanden, der versteht, was ich will und wohin ich mit dem Unternehmen möchte.“

Wenn das Leben antwortet

Wenige Tage später – es war der 27. August – erhielt ich einen Anruf von einem Kooperationspartner. Wir plauderten ein wenig, und dann offenbarte er mir den Grund seines Anrufs: Er sei auf der Suche nach einem Vollzeitjob und hätte Interesse, für AQUAPOL® zu arbeiten.

Ich sagte ihm – natürlich und ohne groß darüber nachzudenken – zunächst, dass wir niemanden brauchen würden.
Mein „Auszucker“ von ein paar Tagen zuvor war da schon längst wieder vergessen.

Dank seiner Hartnäckigkeit vereinbarten wir dennoch einen Termin.
Und dann ging alles Schlag auf Schlag – der Dienstvertrag war unterschrieben.

Da war er nun: der g’scheite Mann auf Augenhöhe, der verstand, wohin unsere Reise gehen sollte.

Umstrukturieren, Jubiläum & Grenzen

Und wieder hieß es: umstrukturieren, Aufgaben neu verteilen, einschulen.
Obendrein wurde es höchste Zeit, das internationale Partnermeeting und die Jubiläumsfeier zu planen.

Gott sei Dank standen Termin und Location bereits seit einem Jahr fest – und mit vereinten Kräften haben wir dieses zweitägige Event Anfang Dezember erfolgreich über die Bühne gebracht.

Eigentlich hätte ich im Dezember noch einige Termine zu erledigen gehabt.
Doch mein Körper hat mich wieder einmal ermahnt und mir ganz klar seine Grenzen aufgezeigt.

Ich brauche eine Auszeit.

Ein kurzer Krankenstand, dazu nervöses Augen- und Muskelzucken – das war für mich schließlich Grund genug, auf die Bremse zu steigen.
Nicht dringende Termine für den Rest des Jahres (zwei Wochen 😊) habe ich abgesagt bzw. verschoben.

Jetzt wird noch erledigt, was erledigt werden muss – und dann gönne ich mir eine kurze Verschnaufpause, bevor es ins nächste Jahr geht.

Rückblick & Dankbarkeit

Unsere Jubiläumsfeier stand unter dem Motto:
„2025 – Das Jahr der Transformation. Jetzt starten wir durch!“

Treffender hätte es kaum sein können.

Rückblickend betrachtet war es eines meiner intensivsten und herausforderndsten Jahre bei AQUAPOL® – abgesehen von den Einstiegsjahren, die nicht weniger anstrengend, aber genauso lehrreich waren.

Und ja: Rückblickend betrachtet habe ich meine Ziele wieder einmal nicht erreicht.
Aber wir haben dennoch vieles umgesetzt, worauf wir als Team stolz sein können:

  • Fertigstellung unserer neuen Webseite HYDRO Up
  • Mein erster Podcast bei Andrea Domenig „Neue Lebenswege“
  • Fertigstellung unseres Jubiläumsbuches „Urkunden und Auszeichnungen“
  • Fertigstellung unseres neuen Bonus- und Empfehlungsprogramms
  • Fertigstellung des Expertenleitfadens „Kondensationsfeuchte & Schimmel“
  • Aufbau einer neuen Kooperation und Installation des ersten Raumklimacontrollers
  • Neuer Imagefilm (Jubiläumsfilm)
  • Schulungsvideos zu Radiästhesie und HYDRO Up
  • Kurzfilm zur Jubiläumsfeier
  • Professionelles Film- und Fotomaterial vom internationalen Partnermeeting

Und vermutlich noch viele andere kleine – oder auch größere – Projekte, die mir gerade nicht einfallen, die aber genauso ihren Platz in diesem Jahr hatten.

Ich bin – wie immer in meinem Leben – dankbar für alles und jede Erfahrung, die mir das Jahr 2025 beschert hat.
Der plötzliche Ausfall unseres Technikers hat den Stein der Veränderung erst so richtig ins Rollen gebracht.

Ich bin dankbar für all jene, die mich in diesem Jahr unterstützt und begleitet haben.
Meine Familie und meine Freunde haben mich so selten wie noch nie zu Gesicht bekommen – und waren dennoch an meiner Seite.

Persönliche Learnings aus meinem Jahr 2025

1. Ich kann nicht alles gleichzeitig tragen – und ich muss es auch nicht.
Zu lange habe ich versucht, Verantwortung, Wissen und Kontrolle bei mir zu behalten. 2025 hat mir klar gezeigt: Wenn ich alles halte, halte ich mich selbst fest. Abgeben ist kein Scheitern, sondern eine Voraussetzung für Weiterentwicklung.

2. Mein Körper ist kein Gegenspieler, sondern mein ehrlichster Ratgeber.
Erschöpfung, Krankheit, Zucken – das waren keine Zufälle. Mein Körper hat früher reagiert als mein Kopf. Ihn ernst zu nehmen, ist kein Luxus, sondern notwendig.

3. Gute Menschen verändern alles – zur richtigen Zeit.
Manche Begegnungen lassen sich nicht planen, sie kommen genau dann, wenn man innerlich bereit ist. Der „Familienzuwachs“ und der „richtige Mensch auf Augenhöhe“ kamen nicht, weil ich gesucht habe, sondern weil ich losgelassen habe.

4. Strukturen funktionieren nur, wenn Werte klar sind.
Die schwierigsten Momente waren nicht die Arbeitslast, sondern die Reibung an meinen eigenen Wertvorstellungen. 2025 hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Erwartungen, Rollen und Haltungen klar zu benennen – und auch zu verteidigen.

5. Transformation fühlt sich zuerst nach Chaos an.
Veränderung ist selten bequem. Sie ist laut, anstrengend, emotional und oft überfordernd. Rückblickend muss ich sagen: Genau dieses Chaos war vermutlich notwendig, damit sich wirklich etwas bewegen konnte.

6. Ich darf Grenzen setzen – auch als Unternehmerin.
Nicht jede Deadline ist heilig. Nicht jede Anfrage ist dringend. Und nicht jede Belastung muss ausgehalten werden. Pausen sind kein Rückzug, sondern ein bewusster Teil von Verantwortung.

7. Ziele sind wichtig – aber auch der Weg dorthin verdient Anerkennung
Ich habe nicht alles erreicht, was ich mir vorgenommen habe. Doch wir haben gemeinsam vieles umgesetzt, das uns unserem Ziel nähergebracht hat.

8. Mein Team ist kein „System“, sondern ein gemeinsamer Prozess.
Die größten Fortschritte entstanden dort, wo wir gemeinsam gedacht, getragen und umgesetzt haben. 2025 hat mir gezeigt: Ich bin nicht allein – und ich muss es auch nicht sein.

9. KI ist ein starkes Werkzeug – aber Nähe entsteht nur zwischen Menschen.
Künstliche Intelligenz kann Prozesse erleichtern, strukturieren und unterstützen. Doch Vertrauen, Motivation und echte Verbindung entstehen nicht durch Systeme, sondern durch persönlichen Kontakt. Gespräche mit meinem Team, der direkte Austausch mit Partnern und vor allem die Nähe zu unseren Kunden bleiben durch nichts ersetzbar. Technik kann begleiten – Beziehung bleibt menschlich.

Mein Ausblick für 2026

Ich habe nicht den Eindruck, dass es nächstes Jahr ruhiger wird – ganz im Gegenteil.
Die Transformation, Übergabe und Einschulung sind noch nicht ganz abgeschlossen, auch wenn wir gut vorangekommen sind.

Auch wenn ich mich bei der Jubiläumsfeier ganz offiziell als „Mitarbeiterin und Kollegin“ verabschiedet habe, wird es mich da und dort noch brauchen.
Noch habe ich nicht das Gefühl, wirklich frei zu sein – diese Phase wird wohl noch einige Wochen oder Monate dauern.

Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass ich im Laufe des Jahres 2026 auf ein gut eingespieltes Team blicken werde, das funktioniert, Verantwortung übernimmt und dem ich voll und ganz vertrauen kann.

Neue Ziele im klassischen Sinn gibt es für 2026 nicht.
Mein Schwerpunkt liegt weiterhin auf dem Schulungsprogramm, dem Organisationsaufbau und verstärkt auf Sichtbarkeit & Kommunikation.

Persönlich möchte ich mir bewusst mehr Auszeiten gönnen – und wenn alles gut geht, dann erreiche ich auch mein ganz persönliches Ziel eines 1-monatigen Urlaubs.

Mein Motto dabei: Der Laden muss auch ohne mich laufen 😉

Was auch immer das nächste Jahr für uns bereithält – wir werden auch das meistern und am Ende mit Stolz auf das Erreichte zurückblicken.

In diesem Sinne verabschiede ich mich für dieses Jahr still und leise,
bedanke mich von Herzen bei meinen Mitarbeitern und Partnern, der internationalen AQUAPOL® Family, meinen Freunden, meiner Familie und all meinen Wegbegleitern.

Ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest sowie einen guten Start ins neue Jahr.

Eure Michelle

Fotocredit: Alois Endl

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